Pfeffer ist nicht gleich Pfeffer

Ob weißer, schwarzer oder roter Pfeffer – Pfeffer ist ein Allrounder. Es gibt kaum ein Gericht, das nicht mit Pfeffer gewürzt wird. Er gehört neben Salz zu den Gewürzen, welche universell einsetzbar sind.
Doch Pfeffer ist nicht gleich Pfeffer….

Viele kennen nicht einmal den Unterschied zwischen den verschiedenen Pfeffersorten oder wissen gar nicht, dass es sich überhaupt um echten Pfeffer handelt. Bei echtem Pfeffer unterscheidet man grundsätzlich zwischen grünem, schwarzem, rotem und weißem Pfeffer. Alle vier verschiedene Farbvarianten stammen immer von der gleichen Pflanze.
Der Pfefferstrauch (lat. Piper nigrum) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Pfeffergewächse (lat. Piperaceae). Das in den Pfefferbeeren enthaltene Alkaloid “Piperin” ist verantwortlich für die Schärfe im Pfeffer.

Um von ähnlichen Gewürzen zu unterscheiden, spricht man im Volksmund bei “Piper nigrum” von echtem Pfeffer. Verschiedene Reifegrade, Herstellungs- und Trocknungsprozesse machen jede Variante einzigartig.
Grüner Pfeffer wird aus den unreifen, frischen Pfefferbeeren gewonnen und nicht getrocknet.
Für den schwarzen Pfeffer werden die Beeren geerntet, wenn ihre Farbe von grün zu gelb reift. Während der anschließenden Sonnentrocknung und dem dabei eintretenden Fermentierungsprozess färben sich die Körner innerhalb kurzer Zeit schwarz.

Weißer Pfeffer ist ein Produkt aus reifen rötlichen Pfefferbeeren. Nach der Ernte werden die Beeren in Wasser eingeweicht und gewaschen, sodass sich die äußere Schale löst. Abschließend erfolgt wie bei der Schwarzen Variante die Trocknung in der Sonne.

Echter roter Pfeffer ist aus vollkommen reifen, ungeschälten Pfefferfrüchten gewonnen und ebenso sonnengetrocknet.
Der rote Pfeffer ist nicht einfach zu produzieren, da der Reifegrad der Beeren mit der in den Anbauregionen eintretenden Regenzeit schwierig abzustimmen ist.
I
n handelsüblichen Pfeffermischungen werden häufig rosa Pfefferbeeren angeboten sowie auch tasmanischer Bergpfeffer, welche keine echten Pfeffersorten sind. Sie stammen von anderen Gewächsen und sind mit der Pfefferpflanze (Piper nigrum) nicht verwandt.

 

Pfeffer ist nicht gleich Kampot Pfeffer

Kampot Pfeffer

Echter Kampot Pfeffer stammt aus der gleichnamigen Region Kampot im Süden Kambodschas. Der Geschmack ist außergewöhnlich aromatisch, intensiv, fruchtig und scharf. Dieser unverwechselbare Geschmack und sein einzigartiges Aroma zeichnen den echten Kampot Pfeffer besonders aus. Die Provinz Kampot ist international bekannt für die Produktion von einer der besten Pfeffersorten der Welt. Fruchtbare, mineralhaltige Böden, sowie eine besondere Lage der Region zwischen Bergen und Ozean, bietet den Pflanzen bestmögliche Wachstumsbedingungen.

Die Pflanzen werden ausschließlich biologisch und mit natürlichem Dünger angebaut. Beim Anbau wird strikt auf Chemikalien und Pestizide verzichtet. Weder als Schädlingsbekämpfungsmittel noch als Dünger! Jedes einzelne Pfefferkorn ist aufwendig per Hand verlesen, um höchste Qualität zu gewährleisten.

 

Kampot Pfeffer richtig verwenden

kampot pfefferAlle Gewürze haben eins gemeinsam… Sie mögen es dunkel, trocken, kühl und luftdicht verschlossen. Am besten lagern Sie ihre Gewürze in einem Schrank, der möglichst nicht über dem Herd oder direkt daneben steht, da sonst Wärme und Feuchtigkeit das Aroma der Gewürze vermindern können. Für die Lagerung eignen sich dunkle, gut verschließbare Beutel oder Gefäße wie zum Beispiel licht- und luftgeschützte Standbodenbeutel oder Gläser mit Schraubverschluss bzw. Korken. Die Haltbarkeit von Gewürzen ist sehr unterschiedlich. Am längsten frisch und voller Aroma bleiben ungemahlene Gewürze. Einmal gerieben verflüchtigen sich die feinen Aromen sehr schnell. Gewürze in Pulverform besitzen kein volles Aroma mehr!

Grundsätzlich sollte man sich trauen, alles miteinander zu kombinieren.
Wer hätte gedacht dass Erdbeeren, schwarzer Kampot Pfeffer und Orangen so hervorragend harmonieren?
Doch bei aller Experimentierfreude – es kommt auf den richtigen Zeitpunkt des Würzens an. So gehört echter Kampot Pfeffer erst gegen Ende der Kochzeit oder direkt am Tisch ans Essen und sollte keiner großen Hitze ausgesetzt werden. Sonst verliert er nicht nur sein besonderes Aroma – Pfeffer wird beim heißen Anbraten bitter und verbrennt schneller als andere Gewürze.
Die wichtigste Lektion ist daher – erst kurz vor dem Verzehr die Gerichte zu würzen, um ein volles Aroma auszuschöpfen!

 

Historisches

Echter Kampot Pfeffer war bis in die 1950-1960er Jahre international sehr bekannt und galt damals wie heute als eine der besten Pfeffersorten der Welt. Durch die politische Entwicklung und den Anfang der Militärdiktatur der roten Khmer in Kambodscha, geriet der Pfeffer für lange Zeit in Vergessenheit. Der Bürgerkrieg, sowie die andauernde Besatzung Vietnams ließen keinen weiteren Anbau von Pfeffer zu, bis es 1991 zu einem Waffenstillstand kam. Doch der von den vereinten Nationen vermittelte Pariser Friedensvertrag kam erstmal nicht zu Stande. Die roten Khmer unter der Führung Pol Pot’s wiedersetzten sich den Friedensbemühungen. Noch bis 1998 war kein Anbau von Kampot Pfeffer möglich.
Mittlerweile wächst der Pfeffer auf den Plantagen der kambodschanischen Bauern wieder prächtig. Der Export gibt der Wirtschaft Aufschwung, was dem Land sehr zu Gute kommt. Inzwischen sind es rund 30 Tonnen Kampot Pfeffer pro Jahr, der auf vielzähligen Farmen angebaut und verarbeitet wird. 

 

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